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SUMMARY:41. Wetzlarer Tage der Phantastik 2025
DESCRIPTION:Jenseits von Elbisch\nKonstruierte Sprachen in Phantastischen W
 elten\n41. Wetzlarer Tage der Phantastik // Symposium 2025 der Inklings-Ge
 sellschaft für Literatur und Ästhetik e. V. (12.–14. September 2025)\n
 Call for Papers - Programm\nCall for Papers\nSeid vorsichtig\, Freunde! [
 …] Sagt nichts Geheimes!\nHier ist ein Kundiger der Alten Sprache.\n\nJ.
  R. R. Tolkien\, Der Herr der Ringe\, Buch 1\, Kapitel 3.\n\n&nbsp\;\n\nKo
 nstruierte Sprachen schaffen es\, uns Leserinnen und Leser tiefer in den S
 og des Phantastischen zu ziehen\, bringen uns dazu\, den sicheren Hafen de
 s Rationalen\, des Bekannten zu verlassen\, um uns an neue Gestade zu spü
 len. Obwohl sie uns vorher unbekannt waren\, rufen konstruierte Sprachen e
 in bestimmtes Empfinden wach. Ein Elbenfürst namens Grishnákh wäre gena
 uso sonderbar wie Namarië als Abschiedsgruß eines Klingonen. Durch diese
  Verbindung erschaffen konstruierte Sprachen eine Immersion\, die das Worl
 dbuilding vollendet. Die Welt des Phantastischen wird glaubhafter\, greifb
 arer und lebendiger.\n\nImmersion sei hier das Stichwort. Werden das Fremd
 e und Mythische in der Odyssee noch allein in der Art\, Kultur\, und Leben
 sweise fremder Völker wie den Lotophagen\, Kyklopen und Laistrygonen sich
 tbar\, trägt die Verwendung exotischer Sprachfragmente\, die mehr oder we
 niger korrekt und manchmal gänzlich erfunden sind\, zum Kolorit realer\, 
 fiktiver und phantastischer Reisen bei. Von Jonathan Swifts Gullivers Reis
 en über Karl Mays Reiseerzählungen bis hin zu J. R. R. Tolkiens Der Herr
  der Ringe\, in dem die fiktive Welt sprachlich detailliert ausgestaltet i
 st.\n\nDer komplette Verzicht auf das sprachliche Element auf der einen Se
 ite und eine voll ausgebaute Sprache wie Quenya auf der anderen stellen le
 diglich Pole eines Spannungsfeldes dar. So deutet H. G. Wells die Eigensch
 aften der Sprache der Eloi nur an\, von den Morlocks wird erwähnt\, dass 
 sie überhaupt eine besitzen. Indem wir uns von Die Zeitmaschine 101 Jahre
  Richtung Gegenwart bewegen zum Beginn von G. R. R. Martins Buchreihe Das 
 Lied von Eis und Feuer\, nähern wir uns ansatzweise dem Pol\, dem Tolkien
 s Quenya zuzuordnen ist. Im Gegensatz zur Eloi-Sprache nennt Martin nicht 
 nur mehrere Namen aus den entsprechenden Sprachen\, sondern auch konkretes
  Sprachmaterial\, z. B. qoy oder vaes\, welche man anhand des Kontexts als
  ‚Blut‘ und ‚Stadt‘ auffassen kann. Für den Wechseln ins audiovis
 uelle Medium erschuf David Peterson aus diesen Fragmenten das Dothraki fü
 r die Fernsehserie Game of Thrones.\n\nHinzu kommen Werke\, in denen die V
 erwendung konstruierter Sprachen ein zentraler Bestandteil des Narrativs s
 ind\, wie Suzette Haden Elgins Amerika der Männer oder Ursula K. Le Guins
  Immer nach Hause\, oder solche\, in denen über Übersetzungsprobleme ein
 er fiktiven Sprache kulturelle Differenzen deutlich gemacht werden wie in 
 C. J. Cherryhs Atevi-Zyklus. Teilweise werden einzelne sprachliche Element
 e gezielt eingesetzt\, um die Funktion von Sprache als Machtmittel zu unte
 rstreichen wie beim Neusprech in George Orwells 1984 oder bei den Zaubersp
 rüchen der Harry-Potter-Reihe. Dabei wird Sprache im Falle des Neusprechs
  als soziopolitisches Instrument eingesetzt\, im Falle der lateinisch-basi
 erten Zauberformeln bei J. K. Rowling als direkter Zugang zur Manipulation
  der Wirklichkeit.\n\nSelbstredend haben konstruierte Sprachen es auch in 
 die deutsche Phantastik geschafft. Während beispielsweise Markus Heitz’
  Die Legenden der Albae mit Orts- und Personennamen sowie Begriffen wie dz
 ôn ‚Stadt‘ und nostàroi ‚Feldherr‘ eher dem fragmentarischen Mus
 ter bei G. R. R. Martin folgen\, findet sich mit Horn in der Fernsehserie 
 Der Greif sogar eine voll entwickelte Sprache.\n\nKonstruierte Sprachen si
 nd folglich sowohl in Deutschland als auch in der Welt von immenser Bedeut
 ung zur Vermittlung des Phantastischen\, da sie zu einem zentralen Element
  der Immersion geworden sind. Diesem Element seien die 41. Wetzlarer Tage 
 der Phantastik gewidmet.\nProgramm\nFreitag\, 12. September 2025\n\n\n\n17
 :00-18:30\n\nAnkommen und Vernissage „ConLangs“\n\n\n19:00-20:30\n\nVe
 rleihung des Phantastikpreises der Stadt Wetzlar durch den Oberbürgermeis
 ter an Nils Westerboer für „Lyneham“\n\n\n\nSamstag\, 13. September 2
 025\n\n\n\n08:30\nEinlass / Check-In\n\n\n\n09:00\nBegrüßung\n\n\n9:30-1
 0:15\nMarco Frenschkowski\nGlossolalie\, Zauberworte\, Göttersprachen: Ku
 nstsprachen in Religion und Phantastik\, ein Vergleich\n\n\n10:15-11.00\nM
 areike Huber\nDoes Fair Speech Correlate With Fair Hearts? Surveying Inven
 ted Languages and Their Speakers\n\n\n\n\n11:00-11:15 Uhr: Kaffeepause\n\n
 \n\n11:15-12:00\nJennifer Preuß\nJenseits von Klingonisch\n\n\n12:00-12:4
 5\nSimone Broders\n“Not About Revenge at All”: Postcolonial Re-Imagini
 ngs of Familiarity and Alienness in Star Trek VI: The Undiscovered Country
  (1991) and Wil’yam Shex’pir’s Khamlet (1996)\n\n\n\n\n\n\n\n13.30-1
 4.30\nBibliotheksführung\n12:45-14:30 Uhr: Mittagspause\n\n\n\n\n\n\n\n14
 :30-15:15\nSandra Schäder\nImaginary Worlds and Phonological Realities: T
 he Relationship between Linguistic Universals of Phoneme Inventories and C
 onstructed Languages in World Building\n\n\n15:15-16:00\nElisabeth Birk\nD
 ie orthographische Darstellung des kosmisch Fremden bei Lovecraft und Mié
 ville\n\n\n\n\n16:00-16:30 Uhr: Kaffeepause\n\n\n\n16:30-17:15\nMatthias H
 urst\nSprachspiele: Risiken und Nebenwirkungen sprachlicher Kommunikation 
 in Samuel R. Delanys Babel-17 (1966) und Denis Villeneuves Arrival (2016)\
 n\n\n17:15-18:00\nJulia Grillmayr\nStimmen hören im Sumpf – paranoides 
 Lesen von mehr-als-menschlichen Welten\n\n\n\n\n\n\n\nKeynote\n\n\n\n\n19:
 00-20:00\nHelmut W. Pesch\nDie Sprache der Kesh in Ursula K. Le Guins Roma
 nwerk "Immer nach Hause": Syntaktische\, semantische und kulturelle Aspekt
 e\n\n\nAb 20:00\nInklings e. V.\nVerleihung des Inklings-Preises für „
 Wissenschaftliches“ und „Kreatives“\, Anschließend Ausklang\n\n\n\n
 Sonntag\, 14. September 2025\n\n\n\n08:30\nEinlass / Check-In\n\n\n\n9:00\
 nJahreshauptversammlung Förderkreis Phantastik in Wetzlar e. V.\n\nJahre
 shauptversammlung Inklings-Gesellschaft für Literatur und Ästhetik e. V
 .\n\n(beide Versammlungen laufen parallel)\n\n\n\n\n\n\n\n10:45-11:30\nGus
 tav Styrbjørn Johannessen\nConlangs as a space for audience collaboration
  in fiction\n\n\n11:30-12:15\nKonstantin Rühl\nVirtuelle Philologie: Nutz
 ung und Funktion der Drachensprache in Skyrim\n\n\n\n\n12:15-12:45 Uhr: Ka
 ffeepause\n\n\n12:45-13:30\nMilena Wein\nFunctions and Aesthetics of Inven
 ted Languages in Christopher Paolini’s Inheritance Cycle\n\n\n13:30-14:1
 5\nEleonore Laubenstein\nWiesen macht Ah! Korrelationen zwischen Klimazone
 n und Sprachlauten in natürlichen und künstlichen Sprachen\n\n\n14:15\n\
 nSchlussrunde\n\n\n\n\n\n\n\n
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