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Wetzlarer Tage der Phantastik 2020

37. Wetzlarer Tage der Phantastik:

Literarisches Symposium:

„Weibliche Perspektiven der Zukunft“:
Science Fiction von deutschsprachigen Autorinnen

4.–6. September 2020


Frauen schreiben keine Science Fiction. Dass dem nicht so ist, ist eine Binsenweisheit. Trotzdem hält sich hartnäckig die Ansicht, dass Science Fiction ‚eigentlich‘ Männersache sei. Geht es doch um Technik und Pioniere, die ins Unbekannte vorstoßen. Bislang beschränkt sich die Erforschung dieses Phänomens auf Mutmaßungen, Analogien aus dem US-amerikanischen Bereich oder dem Kulturbetrieb allgemein. Diesem Manko wollen die 37. Wetzlarer Tage der Phantastik abhelfen, unter dem Motto „Weibliche Perspektiven der Zukunft“ soll zum einen deutschsprachigen Science-Fiction-Autorinnen zu mehr Sichtbarkeit verholfen werden, zum anderen aber auch Fragen über die Ursachen der Unsichtbarkeit bzw. Unterrepräsentanz nachgegangen werden.


 

Call for Papers: (als pdf)

Frauen schreiben keine Science Fiction. Dass dem nicht so ist, ist eine Binsenweisheit. Trotzdem hält sich hartnäckig die Ansicht, dass Science Fiction ‚eigentlich‘ Männersache sei. Geht es doch um Technik und Pioniere, die ins Unbekannte vorstoßen. Selbst Kenner des Genres können häufig nur eine Handvoll Autorinnen nennen: Natürlich Mary Shelley, der seit den 1970er Jahren die Erfindung der Science Fiction zugeschrieben wird; Ursula K. Le Guin, die nicht nur sehr geistreiche Science Fiction schrieb, sondern auch intelligent über das Genre nachdachte; Margaret Atwood, deren Dystopien von gespenstischer Aktualität sind, die sich aber mit der Zuordnung ihrer Texte zur Science Fiction schwertut. Eine Britin, eine US-Amerikanerin, eine Kanadierin, danach kommt lange nichts, schon gar keine deutschsprachigen Science-Fiction-Autorinnen. Natürlich gibt es auch Genre-Pionierinnen wie Judith Merril; Leigh Brackett, der wir viele der Ideen in Star Wars verdanken; Octavia Butler, die die Stimme des Schwarzen Amerikas in der Science Fiction laut werden ließ; N. K. Jemisin, die mit ihrem kühnen Science-Fiction-Genremix gleich dreimal in Folge den renommierten Hugo-Award gewann. Gerade aus der aktuellen amerikanischen Science Fiction ließen sich noch einige mehr aufzählen. Sucht man aber nach deutschsprachigen Autorinnen, muss man schon genauer hinsehen: Da gibt es Thea von Harbou, die Drehbuch und Roman zu Metropolis (1927) verfasste, einem Film, der immer noch weltweit als einer der bedeutendsten Science-Fiction-Filme gilt; die vor kurzem verstorbene Gudrun Pausewang, der es mit ihrem Jugendroman Die Wolke (1987) als bislang einziger Autorin gelang, mit dem Kurd-Laßwitz-Preis in der Kategorie „Bester Roman“ ausgezeichnet zu werden; die schreibenden DDR-Schriftstellerpaare Angela und Karlheinz Steinmüller sowie Johanna und Günter Braun.

Diese Reihe von Beispielen, die sich noch beliebig verlängern ließe, zeigt deutlich, dass es selbstverständlich Frauen gibt und auch schon immer gab, die Science-Fiction schreiben. Sie sind zwar gegenüber ihren männlichen Kollegen in der Minderzahl, aber eben nicht gar nicht vorhanden. Dass ein solches Missverhältnis sowohl bezüglich der Geschlechterverteilung als auch der Sichtbarkeit im Kulturbetrieb keine Seltenheit ist, zeigen Studien wie im Auftrag des Deutschen Kulturrats erstellte Studie „Frauen in Kultur und Medien“ von 2016 und die vom Projekt „#Frauenzählen“ durchgeführte Untersuchung „Zur Sichtbarkeit von Frauen in Medien und im Literaturbetrieb“ von 2018. Dass insbesondere die Science Fiction ein umkämpftes Genre ist, zeigte die hitzige Debatte um den Wikipedia-Eintrag „Liste deutschsprachiger Science-Fiction-Autorinnen“ im März 2019: Sowohl einzelnen der dort gelisteten Autorinnen als auch der Liste insgesamt wurde die enzyklopädische Relevanz abgesprochen, die Bedeutung der Liste als wichtiges Instrument der Sichtbarmachung und Forschungsinitiierung negiert.

Diese Debatte und auch Forschungen für den US-amerikanischen Raum weisen darauf hin, dass im Falle der Science Fiction wahrscheinlich mehrere Faktoren zusammenkommen, die neben den allgemeinen Bedingungen des Kulturbetriebs eine Marginalisierung von Frauen begünstigen könnten: die sozial bedingte erschwerte Zugänglichkeit technisch-mathematischer Ausbildungsgänge bewirkte über lange Zeit auch einen tatsächlichen niedrigeren Bildungsstand von Frauen im Vergleich zu Männern in diesem Bereich, was sich auch auf das Schreiben von Science Fiction als ‚technischem‘ Genre niedergeschlagen haben könnte; als populäres Genre spielt bei Science Fiction die Fankultur eine nicht unbedeutende Rolle – diese könnte sich für Frauen als unzugänglicher erwiesen haben als für Männer.

Bislang beschränkt sich die Erforschung dieses Phänomens auf Mutmaßungen, Analogien aus dem US-amerikanischen Bereich oder dem Kulturbetrieb allgemein. Diesem Manko wollen die 37. Wetzlarer Tage der Phantastik abhelfen, unter dem Motto „Weibliche Perspektiven der Zukunft“ soll zum einen deutschsprachigen Science-Fiction-Autorinnen zu mehr Sichtbarkeit verholfen werden, zum anderen aber auch Fragen über die Ursachen der Unsichtbarkeit bzw. Unterrepräsentanz nachgegangen werden.

Dies soll in 20-minütigen Vorträgen vorrangig anhand von Autorinnenporträts geschehen – als Orientierung für mögliche Beiträge mag der Wikipedia-Eintrag „Liste deutschsprachiger Science-Fiction-Autorinnen“ dienen. Möglich sind auch Beiträge, die mehrere Autorinnen gruppieren und vergleichen; darüber hinaus ist die Präsentation quantitativer Studien zum Buchmarkt oder zum Fandom denkbar.

Bitte schicken Sie Exposés Ihrer Vorträge (max. 300 Wörter) sowie die eigene Kurzbiographie (max. 150 Wörter) bis zum 31. März 2020 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die Tagung findet in den Räumen der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Turmstraße 20, 35578 Wetzlar statt.

Die Phantastische Bibliothek Wetzlar übernimmt für die Referent*innen in der Regel die Fahrt- und Übernachtungskosten. Da unsere Mittel nicht unbegrenzt sind, erbitten wir bei zu erwartender kostspieliger Anreise einen kurzen Hinweis zusammen mit dem Exposé, damit wir eine unseren finanziellen Möglichkeiten entsprechende finanzielle Regelung finden können.

Anmeldung zur Tagung hier!

European Jules Verne Convention 2020

Thursday, 30th April to Sunday, 3rd May 2020
Wetzlar (Germany), Turmstraße 20


The Phantastische Bibliothek Wetzlar (Wetzlar Library of the Fantastic) together with the Jules Verne Club Germany invites the European Jules Verne societies and the interested public to an international Jules Verne Convention: The convention will be both a multilingual literary conference and an opportunity to visit Wetzlar’s places of interest.

The Wetzlar Library of the Fantastic holds the largest collection of fantastic literature in Europe. After the acquisition of a huge specialized collection of books and other items last year, the Library of the Fantastic is the only German library that holds all German editions of the works of Jules Verne. Additionally, in cooperation with the German Jules Verne Club, the Library is assembling an archive of secondary sources about Jules Verne and his work.

Jules Verne enthusiasts are kindly asked to hand in proposals for conference papers: presentations should not be longer than 20 minutes and presented either in English or French. Translations of the abstracts will be provided in all languages of the participating Jules Verne societies.

Please submit abstracts of no more than 300 words, plus 50 word bios by 5th January 2020 to registration[at]phantastik.eu.

The projected sightseeing programme will comprise all Wetzlar sites related to Johann Wolfgang Goethe who lived in Wetzlar during 1772. This stay inspired his novella The Sorrows of Young Werther which turned out to be Europe’s first international bestseller. We will offer an opportunity to visit the Leica Gallery – the notorious Leica camera was invented and is still produced in Wetzlar. In addition, there will be the opportunity to go underground in an out-of-use iron mine and ride a miners’ train 500 feet below ground level.

Programme details will be finalised by the beginning of February 2020, which will facilitate broader publicity. You may find an up-to-date-version of the convention programme here.

There will be no conference fee for members of Jules Verne societies; the convention will be open to non-members as well, at a fee of EURO 30.00 (EURO 20.00 concessions).

If you want participate, please register here.

Rooms will be available in two hotels close to the conference venue, we have arranged for a discount on a limited number of rooms, please place your bookings before 31st January 2020, referring to „Jules Verne“ as booking code:

Hotel Wetzlarer Hof
Obertorstraße 3
D-35578 Wetzlar

double room: EURO 84.00
single room: EURO 68.00

Tel. +49-6441-908-0
www.wetzlarerhof.com
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

  

Hotel Bürgerhof Wetzlar
Konrad-Adenauer-Promenade
D-35578 Wetzlar    

single room: EURO 64.00-77.00
double room: EURO 94.00-99.00

Tel. +49-6441-903-0
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.buergerhof-wetzlar.com

 

We are looking forward to inspiring Jules Verne encounters.

 

Download the Convention Programme

Registration Form

Wetzlarer Tage der Phantastik 2019

36. Wetzlarer Tage der Phantastik:

Literarisches Symposium

Kai Meyer: Ein Vierteljahrhundert Phantastik in Deutschland

Download des Programms als PDF

Seit ihren Anfängen 1981 begleiten die Wetzlarer Tage der Phantastik die Entwicklung der Phantastik in Deutschland, ihre Höhen und Tiefen, ihre Konjunkturen und Flauten. Im Jahr 2019 nahmen sie den fünfzigsten Geburtstag Kai Meyers zum Anlass, anhand seiner Werke Entwicklungen und Tendenzen in der deutschsprachigen Phantastik im letzten Vierteljahrhundert nachzuzeichnen:

Von seinen schriftstellerischen Anfängen im historischen Roman mit nur wenigen phantastischen Anteilen schlug die Tagung den Bogen über den Einsatz von Horror-Elementen bis hin zu medialen Transformationen von Meyers Texten. Neben einer Werkschau ergab sich dadurch auch Gesamtbild der verschiedenen Spielarten des Phantastischen über die letzten 25 Jahre. Gerahmt wurden die 36. Wetzlarer Tage der Phantastik mit einer Ausstellung von Zeichnungen von Jens-Maria Weber, der einige Werke Kai Meyers illustriert hat.


Märchen am Dienstag

Unter dem Jahresmotto "Wetzlar liest ... MÄRCHEN!" der Phantastischen Bibliothek und ihren Kooperationspartnern, der Stadtbibliothek Wetzlar und dem Jugendamt WEtzlar, finden schon seit Jahresanfang zahlreiche Veranstaltungen rund um Märchen und Märchenadaptionen statt.

Seit April haben sich in der Phantastischen Bibliothek die "Märchen am Dienstag" etabliert: Maren Bonacker, Drachenbeauftragte der Phantastischen Bibliothek Wetzlar und Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, liest und erzählt jeden Dienstag ein Märchen und kombiniert es mit thematisch passenden neueren Bilderbüchern. Die lebendig inszenierten, meist auch humorvollen Lesungen richten sich an Familien mit Kindern ab etwa drei Jahren und alle Menschen, die Märchen und Bilderbücher lieben.

Der Eintritt ist frei.


Geplante Termine und Themen für die Märchen am Dienstag:

  • 13. August - Märchen vom Schlafen und von Müdigkeit
  • 20. August - Märchen von Fischen und Walen
  • 27. August - Märchen von Hexen
  • 03. September - Märchen vom Teufel 
  • 10. September - Märchen von Riesen
  • 17. September - Märchen von Katzen und Katern
  • 24. September - Märchen von klugen Tieren
  • 01. Oktober - entfällt (Herbstferien)
  • 08. Oktober - entfällt (Herbstferien)
  • 15. Oktober - Märchen von Vögeln
  • 22. Oktober - Märchen von Drachen
  • 29. Oktober - Märchen zum Gruseln
  • 05. November - Märchen von Zauberei
  • 12. November - Märchen von Bären
  • 19. November - Märchen von Schnee und Eis
  • 26. November - Die Schneekönigin - Teil 1
  • 03. Dezember - Die Schneekönigin - Teil 2
  • 10. Dezember - Die Schneekönigin - Teil 3
  • 17. Dezember - Die Schneekönigin - Teil 4

Zusätzliche Informationen