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26. August 2026Phantastische Welten erschreiben: Fanfiction zwischen Produktion und Rezeption
Manche literarischen Welten sind so, dass wir sie am liebsten selbst bewohnen würden. Sie regen an zu Gedankenspielen: Was könnte hinter jener Ecke liegen, das uns der Text verschweigt? Was wäre, wenn die Figuren andere Entscheidungen träfen? Wer ausgehend von solchen Gedankenspielen dann selbst zur Feder greift und seine eigenen Geschichten schreibt, spannt den Bogen vom bloßen Lesen und Träumen hin zum produktiven Fortschreiben eines Textes. Das Ergebnis: Fanfiction. Diese Geschichten bleiben aber nicht private Phantasie, sondern werden hauptsächlich über das Internet einem großen Publikum zugänglich gemacht. Doch ist Fanfiction keineswegs ein reines online-Phänomen. Tatsächlich gilt heute Karl May als derjenige deutschsprachige Autor, dessen Geschichten am häufigsten von Fans weitergesponnen wurden – und das nachgewiesen seit 1895.*
Das literarische Symposium anlässlich der 42. Wetzlarer Tage der Phantastik präsentiert sieben Diskussionsbeiträge zur Fanfiction. Die Vorträge reichen von den Anfängen bei Karl May über die Frage nach der zwangsläufigen Formelhaftigkeit von Fanfiction und die Aneignung von Literatur über Sprachgrenzen hinweg bis in die Weiten des Alls, wo die Fanfiction kosmische Dimensionen annimmt und alles möglich scheint. Das Symposium möchte so einen Dialograum zwischen Forschenden und Fans sowie zwischen Schreibenden und Lesenden eröffnen und viel Raum für Diskussion bieten. Eingeladen sind alle, die sich für das Phänomen interessieren, gleich ob sie selbst Fanfiction lesen oder schreiben oder auch nur forschend beobachten. Wir freuen uns auf den Austausch!
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