
Lesesommer-Abschlussfest am 22. August 2026
18. August 2026
Anlässlich der Feier hielt Dipolmpsychologin Elisabeth Grotmann einen Vortrag über die Erfolgsgeschichte von Vorlesen in Familien und sparte dabei nicht mit Lob für Projektleiterin Angelika Nitschke. Seit über zwanzig Jahren steht Nitschkes Name für die sorgfältige und sehr wertschätzende Zusammenarbeit mit den Familien, die auf diese Weise nicht nur von der Unterstützung der Vorleserinnen und Vorleser profitieren, sondern auch vom vielfältigen Wissen der studierten Ethnologin.
Die Untersuchungen über die Bedeutungen des Vorlesens sind vielfältig. Kinder, denen viel vorgelesen wird, haben in der Regel ein höheres Sprachverständnis, können sich besser ausdrücken, haben einen reicheren Wortschatz und verfügen über eine deutlich bessere Sprach- und Schreibkompetenz. Deshalb sind Vorleseprojekte wie etwa die in Wetzlar gerade startenden Mentoren für Kinder im Grundschulalter oder das bewährte „Vorlesen in Familien“ für die etwas jüngeren Kinder so wichtig. Den immensen Wert gerade von „Vorlesen in Familien“ sieht Elisabeth Grotmann darin, dass hier die Eltern mit einbezogen werden können. Väter und Mütter, die selbst nie den unterstützenden Wert des Vorlesens erfahren haben, können sich schwer vorstellen, was es denn bringen soll, sich zusammen mit Kind und Buch hinzusetzen. Kommt ein Vorleser zu ihnen nach Hause und macht ihnen vor, wie lebendig die Vorlesestunden sind, wie sehr ein Kind, das hier nach seiner Meinung, seinen Gefühlen und seiner Fantasie gefragt wird, unter diesem Interesse aufblüht sich freudig mitteilt, bleibt dieser Eindruck selten ohne Wirkung. Die Vorleserinnen und Vorlesen der Phantastischen Bibliothek Wetzlar fungieren somit als wichtige Vorbilder und tragen dazu bei, dass das Vorlesen auch durch die Eltern zu Hause zum festen Bestandteil in den Familien wird. Darin sieht die in Braunfels praktizierende Psychotherapeutin den entscheidenden Vorteil von „Vorlesen in Familien“ gegenüber ähnlich gelagerten Projekten. Nicht nur die Position der Kinder verändert sich, die ganze Familie erfährt mehr Chancengleichheit und eine gestärkte Teilhabe und kann diesen positiven Effekt auch weiteren Kindern der Familie weitergeben.
Angelika Nitschke und Bettina Twrsnick, der ehemaligen Leiterin der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, ist es zu verdanken, dass „Vorlesen“ im Rahmen von „Vorlesen in Familien“ weit mehr ist als lediglich das Lesen einer Geschichte. Es geht vielmehr darum, mit den Kindern anhand eines Bilderbuchs ins Gespräch zu kommen, das Kind dazu zu ermutigen, etwas von sich und seinem Alltag zu erzählen, ihm zu zeigen, dass seine Stimme es wert ist, gehört zu werden. Gerade im Zeitalter der digitalen Medien, die einerseits die Eltern ablenken und andererseits immer öfter dazu genutzt werden, ein Kind etwa während der Mahlzeiten ruhigzustellen, indem man ihm etwa ein Tablet vor die Nase stellt, ist es wichtig, mit Kindern zu sprechen und ihnen zu vermitteln, dass Erwachsene wirklich an dem interessiert sind, was ein Kind zu sagen hat.
Eine Studie belegt, dass es Kindern aus dem Projekt „Vorlesen in Familien“ in der Kita und später in der Schule leichter fällt, auf Fragen zu antworten, weil sie die Gewissheit haben, dass ihre Gedanken zur Antwort ihrem Gegenüber wichtig sind.
In diesem Jahr besonders unterstützt von der Postcode-Lotterie und den Damen des Service-Clubs Inner-Wheel Gießen Wetzlar, die seit einigen Jahren die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen haben, wird „Vorlesen in Familien“ im kommenden Jahr modernisiert an den Start gehen. Die Ausbildung wird bei gleichem Inhalt auf ein halbes Jahr verkürzt, so dass weniger Zeit zwischen dem Start und dem Einsatz in einer Familie liegen wird. Die Warteliste von Familien, die sich einen Vorleser oder eine Vorleserin wünschen ist lang, die Bereitschaft von möglichen Vorlesern, sich auf das Abenteuer „Familie“ einzulassen, geht indes leider immer mehr zurück. Bewährte Vorleserinnen und Vorleser, die von Anfang an mit dabei sind, wie Eva Salzmann oder Heinrich Bethge, würde sich immer wieder anmelden – die Wertschätzung, die sie für „ihre“ Familien mitbringen, bekommen sie vielfach zurück. Und sie sind fest davon überzeugt, dass diese ehrenamtliche Tätigkeit die beste ist, die man sich vorstellen kann. Interessenten können sich bei Angelika Nitschke unter vif@phantastik.eu oder telefonisch unter 06441 – 4001-46 informieren oder mehr dazu nachlesen unter https://phantastik.eu/abteilungen/vorlesen-in-familien/.



